Cauda Equina Compressionssyndrom – Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Im Artikel Cauda Equina Compressions Syndrom – Teil I hast du bereits alles über die Bedeutung der Erkrankung, die Ursachen & Folgen erfahren. In diese Artikel habe ich dir dir wichtigsten Symptome, Diagnosemöglichkeiten und auch Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst. Zudem erfährst du, was du als Hundehalter tun kannst. Das CECS ist eine häufige Rückenerkrankung bei unseren Hunden, die im Krankheitsverlauf mit Bewegungseinschränkungen verbunden ist und im schlimmsten Fall zur Lähmung führt.

Die Symptome eines CECS

Wenn ein Hund die ersten Anzeichen des Cauda equina Compressionssyndrom zeigt, werden diese meistens zunächst als Hexenschuss oder bei älteren Hunden als Zeichen des Alterns abgetan.

Ich empfehle dir allerdings, wenn dein Hund eines oder auch mehrere Anzeichen, die ich dir hier vorstelle zeigt, ihn in jedem Fall deinem Tierarzt vorzustellen. Zwar können die genannten Symptome auch auf andere Erkrankungen hindeuten, eine Diagnosestellung ist allerdings unverzichtbar.

Die Symptome für einen Cauda Equina Compressionssyndrom sind sehr breit gefächert und treten oft schleichend auf. Sie sind abhängig von der Art und Intensität des Drucks, der auf das Rückenmark ausgeübt wird.

Im Durchschnitt treten die ersten Symptome im Verlaufe des sechsten Lebensjahres auf. Allerdings können auch sehr junge oder auch ältere Hunde betroffen sein.

Bei diesen Anzeichen solltest du aktiv werden!

Das auffälligste Symptom mit dem Hunde beim Tierarzt vorgestellt werden, ist meistens ein Schmerz im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule und im Übergang zum Kreuzbein.

Die Hunde sind Berührung empfindlich, wenn sie in diesem Bereich angefasst werden und auch Bewegungen, die zu einer erhöhten Belastung des unteren Rückens führen, werden vermieden.

Dazu gehören Sprünge, Treppensteigen und auch ins Auto steigen.

Im Verlauf der Erkrankung haben betroffene Hunde vermehrt Schwierigkeiten beim aufstehen und hinlegen. Auch das Beinchen heben oder schütteln wird zusehends schwieriger.

Hunde, die unter dem Cauda Equina Compressionssyndrom leiden, haben immer stärker werdende Probleme mit der Koordination und dem Gleichgewicht.

Sie sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und auf die Bewegungsfreude lässt durch die Unsicherheit und auch die Schmerzen immer mehr nach.

Auch das sind Anzeichen des Cauda Equina Compressionssyndrom

Die Muskulatur baut immer weiter ab, was zu einer erhöhten Belastung der Gelenke führt und einer fortschreitenden Schwäche der Hinterhand.

Diese Schwäche zeigt sich häufig durch ein Zittern der Muskulatur der Hinterläufe.

Die Fortbewegung wird nunmehr immer stärker über die Vorderläufe gestemmt. Je nach Krankheitsverlauf beginnen die Hunde mit den Pfoten zu schleifen und klicken immer häufiger auf der Hinterhand ein. Es kommt zu neurologischen Ausfallerscheinungen. Auch Blasen- und Darminkontinenz können auftreten. Im Verlauf kann es zu einer vollständigen Lähmung der Hinterläufe kommen. Ein sehr klassisches Symptom des Cauda Equina Compressionssyndrom ist die Lämmerrute. Dies bedeutet, dass die Rute schlaff herunterhängt, weil die Nervenweiterleitung nicht mehr funktioniert. Auch das Hochbiegen der Rute ist hochschmerzhaft.

Die Diagnose eines Cauda Equina Compressionssyndrom

In der Regel wird zunächst eine Röntgenaufnahme in zwei Ebenen gemacht. Hier werden mögliche Spondylose, Übergangswirbel, Tumore und Frakturen sichtbar gemacht. Häufig werden weitere bildgebende Verfahren, wie CT oder MRT hinzugezogen. Mithilfe dieser werden Veränderungen von Bändern und Bandscheiben erkennbar.

Die Behandlungsmöglichkeiten eines Cauda Equina Compressionssyndrom

Die Therapie ist immer abhängig vom Ausmaß der neurologischen Störungen.

Zeigt der Hund ausschließlich Schmerzen und Koordinationsschwierigkeiten, kann eine konservative Therapie versucht werden. Hierbei wird der Hund mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten versorgt. Zusätzlich ist eine entsprechende Bewegungstherapie, zur Förderung der Muskulatur, der Koordination und des Gleichgewichts unverzichtbar. Bei ausgeprägten Lähmungserscheinungen wird meist zur Operation geraten. Hierbei wird eine Dekompression des Rückenmarks durch das Entfernen des komprimierenden Materials erreicht.

Die Wahl der Therapie ist immer auch abhängig vom Alter des Hundes und dem allgemeinen Gesundheitsstatus.

Was du als Hundehalter tun kannst

Sowohl bei einer konservativen Therapie als auch nach der Operationist eine physiotherapeutische Behandlung deines Hundes unverzichtbar. Mittels aktivem Bewegungstraining muss die Muskulatur des Rückens und der Hinterläufe gestärkt werden und die Beweglichkeit gefördert werden. Auch das Körpergefühl, die Koordination und das Gleichgewicht werden gestärkt. Die Nervenweiterleitung wird geschult und neue neurologische Störungen werden vorgebeugt. Wichtig ist es hier, dass du als Hundehalter entsprechende aktive Übungen erhältst, die du mehrmals täglich zu Hause mit deinem Hund durchführst. Mittels verschiedenen weiteren Maßnahmen der Physiotherapie werden auch Schmerzen gelindert und Verspannungen der überlasteten Muskulatur gelockert.

Was du als Hundehalter beim Cauda Equina Compressionssyndrom beachten musst

In den ersten 4-6 Wochen gilt strikter Leinenzwang. Die Bewegung und Belastung muss immer unbedingt dem Gesundheitszustand deines Hundes angepasst sein.

Beginne mit sehr kurzen Bewegungseinheiten über den Tag verteilt. Auch wenn dein Hund motiviert ist, sind lange Spaziergänge tabu. Die Bewegung muss Schritt für Schritt gesteigert werden. Auch Sprünge, Treppensteigen und ins Auto springen sind weiterhin tabu. Auch enge Wendungen und kurze Stopps solltest du unbedingt vermeiden. Achte darauf, dass andere Hundehalter deinen Hund nicht auf dem Rücken tätscheln und das andere Hunde nicht auf den Rücken deines Hundes aufreiten.

Wichtig ist auch, dass dein Hund nicht übergewichtig ist. Bei nasskalten Wetter sollte dein Hund einen schützenden Mantel tragen. Leistungssport ist ab sofort verboten. Es besteht die Gefahr einer erneuten Kompression. Wenn du mit deinem Hund aktiv bleiben möchtest, empfehle ich dir aktives Bewegungstraining, das gezielt den Rücken stärkt. Aber auch Sportarten wie Mobility oder Degility sind für deinen Hund geeignet.

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