Der Bandscheibenvorfall II – Symptome, Diagnose, Behandlung und Verhaltenstipps

Bereits im letzten Beitrag ging es um den Bandscheibenvorfall und du hast wichtigen Informationen zum Krankheitsbild, die Ursachen und Folgen erhalten.

In diesem Artikel geht es darum, dass du mehr über mögliche Symptome, die Diagnosestellung und Behandlung, aber auch Verhaltenstipps für dich als Hundehalter erhältst.

Die Symptome für einen Bandscheibenvorfall

Grundsätzlich sind die Anzeichen sehr vielfältig und immer abhängig von Dauer und Form der Kompression des Rückenmarks. Je nach Schwere kann es zum Einknicken in der Hinterhand und auch zu Gleichgewichtsproblemen kommen.

Alltägliche Bewegungen, wie sich zu Drehen, Beinchen heben, Treppensteigen etc. sind nicht mehr möglich.

Auch neurologische Ausfallerscheinungen bis hin zur Lähmung sind möglich. Das Pfotenschleifen ist ein häufiges Anzeichen für neurologische Probleme.

SinnlosHinzu kommt, dass es auch zu einer Urin- und Kotinkontinenz kommen kann.

Auch das sind Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall

Wenn der Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule vorliegt, ist eine Lähmung aller vier Läufe möglich.

Als sehr häufiges Anzeichen kurz bevor es zu einem akuten Bandscheibenvorfall kommt, wird bei vielen Hunden ein steifer und aufgezogener Rücken beobachtet. So wie es bei einem Katzenbuckel der Fall ist.

Wenn Sie an Rücken berührt werden, reagieren sie sehr empfindlich auf diese Berührung und sie ist schmerzhaft für sie. Oft ist im Bereich des Bandscheibenvorfalls auch eine Erwärmung spürbar. Die Hunde leiden unter starken Rückenschmerzen und auch die Rückenmuskulatur ist hart und verspannt.

Der Teufelskreis aus Schmerz

Die vorgefallene Bandscheibe verursacht starke Schmerzen. Dadurch nimmt der Hund eine Schonhaltung ein. Die wiederum führt zur Verspannung der Rückenmuskulatur, was im Gegenzug den Druck auf die vorgefallene Bandscheibe erhöht. Sie schmerzt in der Folge noch stärker. Der Hund ist in einem Teufelskreis aus Schmerz.

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls

Anhand der Symptome der Hund zeigt, kann der Tierarzt meist schon den Verdacht des Bandscheibenvorfalls aus. Es erfolgt dann noch ein neurologische Untersuchungsgang. Ein CT oder MRT macht den Bandscheibenvorfall dann sichtbar und sicherte Diagnose ab. Besonders wenn eine Operation notwendig ist, ist eine genaue Lokalisation des Vorfalls unverzichtbar.

Wie wird der Bandscheibenvorfall behandelt?

Bezüglich der Behandlung des Bandscheibenvorfalls ist es immer so, dass sie sich danach richtet wie ausgeprägt die neurologischen Probleme des Hundes sind. Wenn der Hund zum Beispiel gelähmt ist und nicht mehr selbstständig stehen kann, rät man in der Literatur zu einer Operation.

Ziel der Operation ist es, den Druck vom Rückenmark zu nehmen, indem man das vorgefallene Material entfernt. Leidet der Hund unter Koordinationsproblemen und Schmerzen ohne Lähmung, wird meist konservativ behandelt. Das bedeutet, er wird mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten versorgt. Er muss absolut ruhig gehalten werden. Bei der Wahl der Therapie sollte man immer auch das Alter und den Gesundheitsstatus des Hundes berücksichtigen, Stichwort Narkoserisiko.

Physiotherapie beim Bandscheibenvorfall

Sowohl nach einer Operation als auch begleitend zur konservativen Behandlung des Bandscheibenvorfalls ist es sehr wichtig, umgehend mit der Physiotherapie zu beginnen. Hierbei werden nicht nur Schmerzen gelindert und Verspannungen gelöst, sondern vor allem die Nervenweiterleitung gefördert. Neurologischen Störungen wird entgegengewirkt, die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes trainiert. Ziel ist es wieder gesunde und normale Bewegungsabläufe zu fördern, die Muskulatur und Beweglichkeit zu erhalten und aufzubauen.

Es ist sehr wichtig, dass dein Physiotherapeut der entsprechende aktive Bewegungsübungen zeigt, die du mehrmals täglich mit deinem Hund zu Hause zur Unterstützung der Genesung durchführst.

Verhaltenstipps, wenn dein Hund unter einem Bandscheibenvorfall leidet

Für die Gesundung deines Hundes ist es sehr wichtig, dass du in den ersten 4-6 Wochen nach dem Bandscheibenvorfall dein Hund an der Leine führst und er sich möglichst im Schritt bewegt und seine Bewegungen steuern kannst. Grundsätzlich sollte die Bewegung seinem Gesundheitszustand angepasst sein. Die Bewegungseinheiten sollten kurz sein und über den Tag verteilt. Ruckartige Bewegungen, enge Wendungen, Sprünge, Treppensteigen und kurze Stopps sollten vermieden werden. Auch lange Spaziergänge sind bei einem Bandscheibenvorfall nicht geeignet.

Auch das solltest du vermeiden

Das Aufreiten durch andere Hunde sollte vermieden werden und auch Menschen sollten den Hund nicht auf dem Rücken tätscheln.Ist dein Hund übergewichtig, empfehle ich dir, dass du sein Gewicht reduzierst, um die Belastung für die Wirbelsäule zu minimieren. Bei einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule ist ein Halsband tabu. Dein Hund sollte ein Geschirr tragen. Bei einem Bandscheibenvorfall ist auch Leistungssport tabu. Wenn du weiterhin mit deinem Hund sportlich aktiv sein möchtest, dann steige nach seiner Genesung auf gelenkschonende Sportarten wie Mobility und Degility um. Bei nasskaltem Wetter bietet ein Hundemantel deinem Hund einen guten Schutz, hält ihn warm und beugt Verspannungen vor.

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